Ausbildung zum Konfliktberater | Lehrgang

Laufende Umstrukturierungen, Einsparungsvorgaben, Generationenkonflikte und nicht zuletzt die steigende Sorge um den Arbeitsplatz bringen Führungskräfte und Mitarbeitende immer stärker unter Druck. Das führt dazu, dass Emotionen schneller hochkochen und die Suche nach Schuldigen als „Ventil“ für diese Sorgen und Ängste benutzt wird. Ein proaktiver und lösungsorientierter Umgang mit Konfliktsituationen wird damit immer mehr zu einem echten Wettbewerbsfaktor für viele Unternehmen.

Die Arbeit von Konfliktberaterinnen und Konfliktberatern basiert auf dem Ansatz, Konflikte möglichst früh zu erkennen und lösungsorientierte Interventionen zu setzen. Frühzeitig erkannt und konstruktiv bearbeitet, bieten Konflikte die Chance, neue Sichtweisen, Methoden und Problemlösungen zu fördern. Einvernehmlich und erfolgreich beendete Konflikte können das Betriebsklima positiv beeinflussen und die Motivation der Beteiligten steigern.

Lehrmethode | Ausbildungsdauer | Zielpersonen

Lehrmethode

Vermittlung theoretischer Grundlagen mit Sequenzen zur Selbstreflexion |
Fallbeispiele sowie Gesprächssimulationen mit individuellem Feedback | Nutzung unserer Lernplattform mit vertiefenden Videos und Materialien |
Everything DiSG® Productive Conflict Profil

Ausbildungsdauer

insgesamt 72 Stunden
5 Module ‒ 9 Seminartage

unter der Woche: 2 Tage von 09:00-17:00

Zielpersonen

Mitarbeiter & Mitarbeiterinnen von Personalabteilungen, Führungskräfte, Gleichbehandlungsbeauftragte, Betriebsräte, externe Trainerinnen & Trainer, Coaches, Unternehmensberater

Ihre Vorteile der Ausbildung zum Konfliktberater auf einen Blick

Der Nutzen für Ihr Unternehmen:
Sie verfügen über Mitarbeitende, die in der Lage sind, Spannungen und Konflikte frühzeitig zu erkennen und die das Rüstzeug haben, in Einzel- oder Gruppengesprächen kompetent und lösungsorientiert zu agieren. Das fördert die Entwicklung einer konstruktiven Konfliktkultur, verhindert Konfliktfolgekosten und sichert auch Ihre Arbeitgeber-Attraktivität.

Der Nutzen für Sie als Teilnehmerin oder Teilnehmer:
Sie erhalten eine kompakte und praxisorientierte Ausbildung, die Sie befähigt, Ihren Kolleginnen und Kollegen in schwierigen Konfliktsituationen beratend zur Seite zu stehen. Sie kennen die Risiken und Dynamiken von ungelösten Konflikten, sind in der Lage durch lösungsorientierte Fragetechnik im Einzelsetting zu unterstützen und Sie verfügen über das nötige Werkzeug, um im Bedarfsfall ein Konfliktgespräch zu moderieren.

Mit Hilfe von Konfliktberaterinnen und Konfliktberatern können Konflikte im Idealfall zu einem Zeitpunkt bearbeitet werden, an dem sie auch noch steuerbar sind. Damit werden Eskalationen vermieden, die nur mehr durch arbeitsrechtliche Instrumente zu bewältigen sind und das Risiko von Konfliktkosten bergen.

Nach der Ausbildung zum Konfliktberater können Sie

  • gemäß Ihrer Rolle in Gesprächen agieren
  • Konflikte frühzeitig erkennen und analysieren
  • Ratsuchende im Blick auf geeignete Lösungsstrategien beraten
  • zu einer besseren Akzeptanz von und einem konstruktiveren Umgang mit
    Konflikten beitragen
  • die Vertraulichkeit wahren und das Vertrauen des/der Ratsuchenden gewinnen

Als Konfliktberater oder Konfliktberaterin 

  • unterstützen und entlasten Sie Führungskräfte, Personalabteilungen und Betriebsräte beim Umgang mit Konflikten 
  • schlagen Sie durch die frühzeitige Erkennung und Analyse sowie anhand der eingeschätzten Konfliktdynamik entsprechende Interventionen vor
  • führen Sie lösungsorientierte Gespräche mit einer oder mehreren Konfliktparteien
  • verhindern Sie durch frühzeitiges Agieren hohe Konfliktfolgekosten und Imageschäden für das Unternehmen
  • leisten Sie durch Ihr sensibles und vertrauliches Handeln einen wertvollen Beitrag zu einer besseren Akzeptanz von und einem konstruktiveren Umgang mit Konflikten in Ihrem Unternehmen

Der Konfliktberater-Lehrgang bietet den angehenden Konfliktberaterinnen und Konfliktberatern das notwendige Handwerkszeug, um ihre Aufgabe professionell übernehmen zu können. Er besteht aus mehreren Modulen.

In der Konfliktberater-Ausbildung setzen sich die Teilnehmenden sowohl theoretisch als auch praktisch mit den Themen „Rolle des Konfliktberaters“, „Kommunikation und Gesprächsführung“ und „Konflikt“ auseinander. Wir vermitteln Ihnen wichtige theoretische Grundlagen und durch Fallbeispiele und Gesprächssimulationen mit individuellem Feedback eignen sich die angehenden Konfliktberaterinnen und Konfliktberater praktisch die Inhalte und Techniken an. Abgerundet wird die Ausbildung durch ein Modul zu den Themen: Mobbing, Diskriminierung, sexuelle Belästigung. Hier erhalten die Teilnehmenden wichtige Hintergrundinformationen zu den einzelnen Bereichen.

In der Ausbildung wird besonders auf folgende 3 zentrale Punkte der Konfliktberatungs-Tätigkeit fokussiert:

Das eigene Konfliktverhalten
Konfliktberater und Konfliktberaterinnen haben eine Vorbildfunktion im Unternehmen. Deshalb sollten sie auch außerhalb ihrer Funktion einen konstruktiven Umgang mit Konflikten pflegen. Konfliktberaterinnen und Konfliktberater brauchen daher ein hohes Maß an Selbstreflexion.

In jedem Modul gibt es neben theoretischen Inputs auch Sequenzen zur Selbstreflexion.  Die Zeit zwischen den Modulen soll auch als Möglichkeit des reflektierenden Beobachtens der eigenen Verhaltensweisen dienen, was dann wiederum in den Lehrgang einfließt.

Grundhaltung von Konfliktberaterinnen und Konfliktberatern
Eine Streitschlichtung kann nur Erfolg haben, wenn Konfliktberatende eine allparteiliche Haltung einnehmen, d.h. sie versuchen bei der Lösungsfindung auch die Sichtweisen der anderen Konfliktpartei(en) miteinzubeziehen. Weil jeder Mensch aber persönliche Meinungen, Vorlieben und Vorurteile hat, ist das Entwickeln dieser Haltung sehr schwierig und muss geübt werden.

Aber auch das Thema „Vertraulichkeit“ ist ein entscheidender Faktor für das Gelingen eines konstruktiven Gesprächs. Um Streitende zu ermutigen, offen zu sprechen, muss Vertraulichkeit zugesichert werden. Nur mit der Sicherheit, dass sämtliche Inhalte im Raum bleiben, entsteht die Bereitschaft über verletzte Gefühle und Bedürfnisse zu sprechen.

Gesprächstechniken bei Konfliktmoderation/-beratung
Die Teilnehmenden lernen, rhetorische Techniken und psychologische Kenntnisse in Kommunikationssituationen erfolgreich einzusetzen. Sie erfahren, wie sie Ihre Konfliktlösungsgespräche zielorientiert vorbereiten, strukturieren, durch geschickte Fragen deren Ablauf bestimmen und zielorientiert zu gemeinsamen Lösungen mit Ihren Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartnern gelangen. Speziell im Modul „Gesprächsführung“ trainieren wir konkrete Gesprächssituationen und gehen dabei auf die Kommunikationsanforderungen eines Konfliktberatenden ein. Dadurch lernen die Konfliktberaterinnen und Konfliktberater ihre Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner professionell zu unterstützen, in Gesprächen wirksamer zu werden und selbst in schwierigen Situationen gelassen und sachlich zu bleiben.

Mit der Qualifizierung und dem Einsatz von Konfliktberatern kann Folgendes erreicht werden:

  • Bei den Beschäftigten fördern Sie ein Verständnis, dass Konflikte am Arbeitsplatz als gegeben, aber grundsätzlich als bearbeitbar anzusehen sind.
  • Sie greifen Konflikte am Arbeitsplatz frühzeitig aufverbessern damit die Chancen auf einvernehmliche und wirksame Lösungen.
  • Sie geben Mitarbeitenden und Vorgesetzten in konkreten Konflikten ein wirksames und kostengünstiges Instrumentarium zur Bearbeitung an die Hand.
  • Sie optimieren betriebliche Abläufe und die Nutzung von Ressourcen und stärken die Motivation und Fähigkeiten zur Konfliktlösung.

Module mit Inhalten & Lernzielen | Referentinnen & Referenten

MODUL I Rolle & Haltung in der Konfliktarbeit

Rolle & Haltung in der Konfliktarbeit

sabine prohaska seminarconsult

Mag.ª Sabine Prohaska

  • Organisatorische Rahmenbedingungen
  • Haltung und Rollenbilder in der Konfliktarbeit
  • Anwendungsbeispiele von Konfliktarbeit
  • Reflexion des eigenen Kommunikationsverhalten
  • Dos and Don’ts in der Gesprächsführung
  • Sie kennen Ihre Stärken und Lernfelder in der Gesprächsführung in Bezug auf Konfliktarbeit.
  • Sie wissen um die Spezifika einer lösungsorientierten Gesprächsführung und können einzelne Elemente daraus selbstständig anwenden.
  • Rollenbild und Haltung in der Konfliktarbeit sind Ihnen bekannt.
  • Sie haben anhand einiger Fallbeispiele über die Praxisschritte als Konfliktberaterin oder Konfliktberater reflektiert.
MODUL II Grundlagen Konflikt- management

Grundlagen Konflikt- management

Mag. Harald Schmid

  • Konfliktbasics – vom Unterschied zum Konflikt
  • Kostentreiber Konflikt – betriebswirtschaftliche Auswirkungen
  • Reflexion des eigenen Konfliktverhaltens
  • Konfliktanalyse & Konfliktdynamiken
  • Methoden & Techniken in der Konfliktarbeit, Fallbeispiele aus der Praxis
  • Die theoretische Basis von Konfliktarbeit ist Ihnen bekannt.
  • Sie haben über Ihre persönliche Konfliktfähigkeit reflektiert und wissen, wo Sie in Zukunft ansetzen können.
  • Sie erweitern Ihr Handlungsrepertoire in Konfliktsituationen.
  • Sie können Konfliktsituationen analysieren und daraus konkrete Maßnahmen für eine konstruktive Lösung ableiten.
  • Sie haben sich mit den Chancen und Risiken von Konfliktarbeit auseinandergesetzt und einen realistischen Blick auf Machbares und Nicht-Machbares etabliert.
MODUL III Lösungsorientierte Gesprächsführung

Lösungsorientierte Gesprächsführung

sabine prohaska seminarconsult

Mag.ª Sabine Prohaska

  • Aufbau und Phasen eines Konfliktgesprächs
  • Die Zielformulierung als Erfolgsfaktor im Konfliktcoaching
  • Lösungsorientierte Gesprächstechniken im Konfliktcoaching
  • Fallbeispiele aus der Praxis
  • Praxistransfer: Gesprächsführung mit Feedbacksequenz (Rollenspiele)
  • Sie können die lösungsorientierte Fragetechnik sicher und zielführend in Konfliktgesprächen einsetzen.
  • Sie stukturieren und leiten die einzelnen Phasen in Konfliktgesprächen kompetent an.
  • Sie bekommen durch das Feedback in den Praxissequenzen hilfreiches Feedback für Ihre persönliche Weiterentwicklung.
  • sie können mit Emotionen in Konfliktgesprächen souverän umgehen und sie nutzbringend umwandeln.
  • Lösungen und Teilziele erarbeiten Sie sicher. 
MODUL IV Spezielle Konfliktsituationen

Spezielle Konfliktsituationen

Mag.ª Martina Dienstl

  • Kurzcharakteristika der Problemfelder –  Mobbing, Burn-Out,  sexuelle Belästigung
  • Umgang mit psychischen Störungen
  • Erkennen der eigenen Grenzen in der Konfliktarbeit
  • Einbindung/Nutzung von internen Ressourcen (HR, Betriebsarzt, BR …)
  • Überblick über mögliche externe Beratungsangebote
  • Sie wissen über gewisse Spezifika von speziellen Konfliktsituationen Bescheid und können diese im Sinne einer konstruktiven Konfliktlösung einsetzen.
  • Sie wissen, wen Sie bei Konflikten beiziehen müssen.
  • Sie können sich bei Spezialthemen gut abgrenzen.
  • Sie wissen, wie sie mit Fingerspitzengefühl heikle Konfliktthemen behandeln.
  • Sie nutzen unternehmensinterne Ressourcen (wie Betriebsrat, Arbeitspsychologie, Gleichbehandlung etc.) zur konstruktiven Konfliktlösung.
MODUL V Konfliktmoderation / -mediation

Konfliktmoderation | Konfliktmediation

Mag. Harald Schmid

  • Besonderheiten im Umgang mit mehreren Konfliktparteien
  • Aufbau und Phasen einer Konfliktmoderation
  • Interventionstechniken in der Konfliktmoderation
  • Grenzen der internen Konfliktmoderation/Einsatz von Mediation
  • Praxistransfer: Fallarbeit mit Feedbacksequenz (Rollenspiele)
  • Sie wissen um die Unterschiede in der Vorgangsweise, wenn Sie zwei oder mehr Konfliktparteien moderieren.
  • Sie können mit den Emotionen einen Konfliktmoderation professionell umgehen.
  • Sie begleiten die Phasen einer Konfliktmoderation mit mehreren Personen professionell.
  • Sie setzen die Interventionstechniken sicher ein.
  • Sie wissen, was zu tun ist, wenn eine oder mehrere Konfliktparteien den Kontakt bzw. das Gespräch verweigern.
  • Sie wissen, wann der Zeitpunkt für eine externe Mediation gekommen ist.

Ihr Lehrgangspaket

  • 9 Seminartage
  • Zugang zu unserer Lernplattform mit Seminarunterlagen, Fotoprotokollen, Praxisleitfäden uvm.
  • 22-seitiges Everything DiSG® Productive Conflict Profil im Wert von 250,- Euro
  • Persönliche Betreuung
  • Pausenverpflegung (Tee, Kaffee, Obst, Kekse)
  • Der Lehrgang findet in jedem Fall statt: Präsenz-Termine, die Corona-bedingt ausfallen müssten, werden lückenlos durch Online-Termine ersetzt!

Termine & Investition | Veranstaltungsort seminar consult Märzstraße 55 / 13, 1150 Wien

Nächster Lehrgang

Modul 1: 02./03.11.2020
Modul 2: 09./10.12.2020
Modul 3: 11./12.01.2021
Modul 4: 25.01.2021
Modul 5: 22./23.02.2021

Anzahl Teilnehmende

max. 14 Personen

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Ihre Investition

2.350,- Euro (zzgl. 20 % Ust.)

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